Die Haftung des gesetzlichen Abschlussprüfers – Mitverschulden, Ansprüche Dritter und Wege der Haftungsbegrenzung (Auditor Liability – Contributory Negligence of the Audited Company, Third Party Claims and Ways of Limiting Liability)

Zeitschrift für Unternehmens- und Gesellschaftsrecht (ZGR), Vol. 44, No. 2, pp. 266-304, April 2015

Max Planck Private Law Research Paper No. 14/12

40 Pages Posted: 29 Jul 2014 Last revised: 4 Aug 2016

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Walter Doralt

Max Planck Institute for Comparative and International Private Law

Abstract

Deutsche Zusammenfassung: Dieser Artikel befasst sich mit der Abschlussprüferhaftung in Deutschland und, rechtsvergleichend, mit einigen weiteren europäischen Rechtsordnungen. Zunächst wird die Frage des Mitverschuldenseinwands des Abschlussprüfers gegenüber der geprüften Gesellschaft untersucht. Schäden der Gesellschaft können z.B. bei überhöht ausgewiesenen Gewinnen durch Steuern, Dividendenausschüttungen oder gewinnbezogene Bonuszahlungen an Mitarbeiter entstehen. Fehler im Jahresabschluss setzen voraus, dass der Entwurf des Jahresabschlusses, den die Geschäftsführung erstellt hat, fehlerhaft war. Unterbleibt die Aufdeckung der Fehler wegen Mängel in der Abschlussprüfung, stellt sich die Frage, ob der Schadensersatzpflichtige Prüfer der geschädigten Gesellschaft das Verhalten ihrer Geschäftsleitung als Mitverschulden entgegenhalten kann. Weil sich die Frage bei fast jeder denkbaren Sachverhaltskonstellation stellt, ist sie von erheblicher praktischer Bedeutung.

In einem zweiten Teil wird die Frage der Haftung des Abschlussprüfers gegenüber Dritten untersucht. Schäden Dritter können völlig unabhängig von Schäden der Gesellschaft entstehen. Nicht reflexartige Schäden Dritter können nicht durch Ersatz an die Gesellschaft abgewickelt werden, weil die Gesellschaft diesen Schaden nicht erlitten hat. Es besteht für diese Drittschäden nur die Wahl, den Ersatz durch einen eigenen, direkten Anspruch Dritter gegen den Prüfer zuzulassen oder keinen Ersatzanspruch zu gewähren. Der Beitrag untersucht die deutsche Rechtslage und eine Reihe anderer Europäischer Rechtsordnungen. Auf dieser Grundlage werden die unterschiedlichen Bewertungen der betroffenen Interessen herausgearbeitet.

Schließlich werden in einem dritten Teil die Möglichkeiten der Haftungsbegrenzung untersucht und die verschiedenen vorhandenen Modelle verglichen und bewertet.

In einer Gesamtschau werden die Zusammenhänge zwischen den einzelnen behandelten Themenbereichen hergestellt und wesentliche Ergebnisse de lege lata und de lege ferenda in Thesenform zusammengefasst.

English Abstract: This paper takes a comparative approach to auditor liability in the EU. It first deals with the question of contributory negligence in the context of claims by the audited company against its auditor. An audited company can suffer losses due to the payment of taxes (based on overstated earnings), dividend payments or bonuses to employees, to name a few examples. The annual accounts are first prepared by management and a possible negligent audit failing to detect these errors will therefore, in any event, raise the question of whether contributory negligence can reduce the liability risk of the auditor in this context. This article argues that contributory negligence should not be taken into account in this relationship and bases this result on a number of arguments.

The second part of the article deals with the question of third party liability of the auditor. Losses of third parties are fully independent of possible losses by the company and so, under every jurisdiction, channeling claims for these non-reflective third party losses through the audited company is not possible. The only choices are either to grant the third party a direct claim against the auditor or, instead, not to indemnify for these losses. The article analyzes a number of European jurisdictions and their differing approaches.

Finally, a third part deals with the possible modalities to limiting auditor liability.

Acknowledgement: This article is published in the Max Planck Private Law Research Paper Series with the permission of the rights owner, De Gruyter.

Note: Downloadable document is in German.

Keywords: Abschlussprüfung, Mitverschulden, Dritthaftung, Schutzgesetz, Haftungsbeschränkung, Kapitalmarkthaftung, caparo, negligence, Stone Rolls, Grundsatz der Wesentlichkeit

Suggested Citation

Doralt, Walter, Die Haftung des gesetzlichen Abschlussprüfers – Mitverschulden, Ansprüche Dritter und Wege der Haftungsbegrenzung (Auditor Liability – Contributory Negligence of the Audited Company, Third Party Claims and Ways of Limiting Liability). Zeitschrift für Unternehmens- und Gesellschaftsrecht (ZGR), Vol. 44, No. 2, pp. 266-304, April 2015; Max Planck Private Law Research Paper No. 14/12. Available at SSRN: https://ssrn.com/abstract=2471529

Walter Doralt (Contact Author)

Max Planck Institute for Comparative and International Private Law ( email )

Mittelweg 187
Hamburg, D-20148
Germany

HOME PAGE: http://www.mpipriv.de/de/pub/wissenschaftler/affiliates/doralt_walter.cfm#i48541

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