Wie wir eine smarte, krisenfeste, digitale Gesellschaft bauen können (How We Can Build a Smart, Resilient, Digital Society)

39 Pages Posted: 15 Mar 2015 Last revised: 24 Mar 2015

Dirk Helbing

ETH Zürich - Department of Humanities, Social and Political Sciences (GESS)

Date Written: February 2, 2015

Abstract

German Abstract: Könnten wir besser Entscheidungen treffen oder hätten wir gar eine bessere Gesellschaft, wenn uns mehr Daten zur Verfügung stünden? Würde der Zugang zu allen Daten der Welt einem „weisen König“ oder „wohlwollenden Diktator“ ermöglichen, die beste aller Welten zu gestalten? Die überraschende Antwort ist „nein“. Diese Idee basiert auf einem Denkfehler. Der Versuch, eine Kristallkugel zu erschaffen, mit der man die Zukunft voraussehen kann, oder ein magisches Steuerinstrument, mit dem man die Zukunft prägen kann, wäre zum Scheitern verurteilt, egal wie leistungsfähig solch ein Informationssystem auch immer wäre. Nachdem wir früher zu wenige Daten hatten, um immer gute Entscheidungen zu treffen, sind wir nun zwar in einem Zeitalter angelangt, in dem wir unsere Entscheidungen evidenzbasiert treffen können. Aber dennoch gibt es eine Lücke zwischen der Komplexität unserer globalen Systeme, der Anzahl der Daten, die zur Verfügung stehen, und der Rechenleistung, um diese Daten zu verarbeiten. Diese Lücke vergrößert sich außerdem immer rascher, was ich mit dem Begriff der „Komplexitäts-Zeitbombe“ umschreibe. Kämpfen wir also auf verlorenem Posten? Ich glaube, dies ist der Fall, wenn wir nicht lernen, die Komplexität für uns zu nutzen. Dies ist durchaus möglich, wenn wir uns vom Ansatz zentral und top-down-gesteuerter Systeme abwenden hin zu dezentralen, bottom-up-organisierten Systemen. Derzeit entstehen Sensornetzwerke als Grundlage für das sogenannte „Internet der Dinge“. Diese erlauben Echtzeitmessungen, welche adaptive Anpassungen ermöglichen, wie man sie für selbstregulierende Systeme benötigt. Wie dies funktioniert, möchte ich u. a. anhand von Beispielen aus der Verkehrssteuerung auf Autobahnen und in Städten aufzeigen. Außerdem werde ich erklären, weshalb die digitale Revolution mit großer Wahrscheinlichkeit zu einer Neuorganisation unseres Wirtschafssystems und unserer Gesellschaft führen wird.

English Abstract: Would our decisions, would our society be better, if we had more data? Would having all data in the world allow a “wise king” or “benevolent dictator” to achieve the best of all worlds? The surprising answer is “no,” the argument behind this idea turns out to be flawed. The attempt to build a Crystal Ball to predict our future and a Magic Wand to control it, would be destined to fail, no matter how powerful information systems we would build. Even though it is true that we have moved from a period where we had too little data for good decisions to a situation that allows us to take evidence-based decisions, there is still a gap between the complexity of our global system and the data we have about it and the computational power to process it, and this gap is quickly increasing! I call this problem the “complexity time bomb”. So, will “fighting complexity” be a lost battle? Yes, if we don’t learn to use complexity for us. But this can be done, by turning from a centralized control to distributed control, from top-down to bottom-up approaches. The emerging sensor networks creating the “Internet of Things” will enable real-time measurements, allowing for adaptive feedback, as it is needed for self-regulating systems to work. I illustrate the problem with examples from traffic control on freeways and in cities, and explain why the digital revolution will most likely lead to a new organization of our economy and society.

Note: Downloadable document is in German.

Keywords: Digitale Revolution, Big Data, Künstliche Intelligenz, Massenarbeitslosigkeit, Internet der Dinge

JEL Classification: A00

Suggested Citation

Helbing, Dirk, Wie wir eine smarte, krisenfeste, digitale Gesellschaft bauen können (How We Can Build a Smart, Resilient, Digital Society) (February 2, 2015). Available at SSRN: https://ssrn.com/abstract=2559433 or http://dx.doi.org/10.2139/ssrn.2559433

Dirk Helbing (Contact Author)

ETH Zürich - Department of Humanities, Social and Political Sciences (GESS) ( email )

ETH Zurich - Swiss Federal Institute of Technology
Clausiusstrasse 50
Zurich, 8092
Switzerland

HOME PAGE: http://www.coss.ethz.ch

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